Dekanat Rodgau

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    Toleranz: Eine Frage der Übung?

    Im vierten Schuljahr besuchte ich als Pfarrerin mit meinen religiös gemischten Klassen die katholische Kirche vor Ort, die Synagoge und die Moschee. Überwiegend waren die Erfahrungen dort positiv. Die Klassen waren beeindruckt und verstanden sich dann besser, aber in den letzten Jahren gab es auch zunehmend Schüler und Schülerinnen, die ihre Unsicherheit mit Lachen oder Albernheiten überdeckten. Das kommt aus einer tiefen Unsicherheit heraus. Was man selber nicht versteht, darüber will und kann man auch nicht reden, dem setzt man sich auch nicht aus.

    Die meisten Menschen verstehen unter „Toleranz“ das eher oberflächliche parallele Zusammenleben von unterschiedlichen Kulturen. Nach dem Motto: Jeder soll auf seine Art glücklich werden. „Toleranz“ ist aber mehr als nur dulden, dass jemand anders ist, so möchte es auch die Impulspost der hessischen Landeskirche deutlich machen, die nach der Wahl versandt wird.

    Gelebte Toleranz heute heißt für mich, die gesellschaftliche Vielfalt als Herausforderung und Aufgabe anzunehmen und gerade als Christin fremde Lebensweisen und Rituale zu verstehen. Wer von klein auf erfährt, dass es unterschiedliche Menschen gibt, und selbst weiß, zu welcher Kultur er gehört, der kann auch das Anderssein des andern besser verstehen.

    Das Doppelgebot der Liebe macht deutlich, dass Toleranz und Verständnis gegenüber dem Anderen neben der Liebe zu Gott selbst im Zentrum des christlichen Glauben stehen: „Liebe Gott von ganzem Herzen, mit ganzer Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.“

    Natürlich gibt es Hindernisse, Unvereinbarkeiten der Kulturen oder Religionen, Abgrenzungstendenzen und unterschiedliche Sprachen und die Extremisten auf allen Seiten, die es den Menschen schwer machen, einander auf Augenhöhe zu begegnen. Gegenseitiges Verständnis ist keine Einbahnstraße und auch kein Vorschlag in gelehrten Büchern. „Toleranz üben üben“ heißt darum auch der Slogan auf dem Transparent zur Impulspost der Landeskirche.

    Denn nur wer die Gemeinsamkeit im Alltag lebt, kann Ausgrenzung beenden und Vorurteile abbauen. Das gelingt umso mehr, wie wir „Toleranz üben üben“ im Alltag und von klein auf.

    Pfarrerin Christiane Musch
    Evangelische Kirchengemeinde Langen

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