Dekanat Rodgau

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    "Faith & Food"

    Die besten Gespräche finden in der Küche statt

    kfElenie Margariti, Chefin des Restaurants "Mainpromenade" in Offenbach-Bürgel, und Ofer Ben Shimon, Pächter des Frankfurter Restaurants Makkabi Sportsbar - 101% Kosher, haben in der Schulküche der Rodgauer Georg-Büchner-Schule zusammen gekocht und mit Moderatorin Susan Kades geplaudert.

    Beim gemeinsamen Kochen und Essen kommen sich Menschen näher. Darauf basiert das interreligiöse Filmprojekt „Faith and Food“, an dem auch die Evangelischen Dekanate Dreieich und Rodgau beteiligt sind. Weiter geht's mit einem Ausflug in die Küche der Bahai und der Muslime am Montag, 25. Januar.

    Leon SpanierBei „Faith and Food“ einträchtig am Herd: Vedrana Vukovic, Moderatorin Susan Kades und Shahab Din während der Dreharbeiten in der Georg-Büchner-Schule in Rodgau-Jügesheim.

    Die Idee: Jeweils zwei Hobby- oder Profi-Köche unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten bereiten ein Essen zu, das für ihren Glauben von Bedeutung ist. Dabei plaudern sie über Gott und die Welt. Nun stehen die halbstündigen Beiträge nacheinander zum Anschauen bereit. Am 28. Dezember zeigten Vedrana Vukovic und Shahab Din ihr Können.  

    Spätestens, seit sie beim „perfekten Promi Dinner“ an der Seite von Dunja Rajter im Fernsehen den ersten Platz erkocht hat, ist die Chefin des Sortino’s über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Seit mehr als 14 Jahren führt die gebürtige Kroatin das gehobene Speiselokal im Langener Hotel Dreieich. Die 44-Jährige stellt ein Gericht vor, das in ihrer Heimat an Heiligabend als traditionelles Fastenessen verzehrt wird: Fischsuppe, Scampi dalmatinischer Art und Babymangold mit Kartoffelmus.

    Die Katholikin empfand es als sehr gute Erfahrung, zusammen mit einem Ahmadi-Muslim am Herd zu stehen. „Ich orientiere mich in meinem Leben an christlichen Werten, wusste wenig über Shahabs Religion und habe viel Neues erfahren“, sagt sie. „Wir haben uns auch über Kindererziehung unterhalten und es hat mich sehr beeindruckt, dass er einmal in der Woche mit seinen Kindern die Obdachlosenküche besucht, um ihnen zu zeigen, dass es Menschen gibt, denen es nicht so gut geht“, erzählt die Mutter eines Dreijährigen. „Leider erlebe ich immer wieder, dass Leute vieles selbstverständlich nehmen und teilweise achtlos Essen wegwerfen.“

    Shahab Din bereitet Chicken Tikka und süßen Reis zu. „Beides verbinde ich mit den islamischen Bayram-Festen“, erläutert der Ingenieur, der über den Bundesvorstand der Ahmadiyya-Jugend mit der Frankfurter Ahmadiyya-Gemeinde verbunden ist. „Beim Dreh war ich zunächst verblüfft, wie offen man für den Dialog ist: Aufbauend auf dem gemeinsamen Nenner ‚Kochen und Essen‘ hat man einen leichteren Zugang zur Religion des anderen“, meint der Hobby-Koch. Das entspreche auch den Lehren des Koran, wo es heiße: „Sprecht doch über Gemeinsamkeiten, anstatt die Unterschiede herauszufinden.“ Aus Sicht des 36-Jährigen „ein fundamentales Prinzip für ein friedliches Miteinander“.

    „Auch in der biblischen Tradition spielt das gemeinsame Essen eine zentrale Rolle“, erklärt Sandra Scholz. „So bei Abraham, der drei Unbekannte in sein Zelt einlädt und sie fürstlich bewirtet. Bei Elia, der so entkräftet ist, dass Gott ihn selbst mit Brot und Wasser versorgt. Bei Jesus, der sich mit Zachäus zu Tisch setzt oder auch bei der Speisung von 5000 Menschen, die alle satt wurden“, zählt die Theologin auf. „Die Menschen bekommen dabei immer genau das, was sie brauchen und es werden zwischen ihnen keine Unterschiede gemacht. Alle sind am Tisch willkommen und manch einer hat dabei sogar Engel zu Gast“.

    „Mir gefällt an ‚Faith and Food‘, dass sich dabei in der Küche Menschen als Menschen begegnen, mit ihren Geschichten, Traditionen, Religionen und Kulturen“, erklärt die Pfarrerin für Gesellschaftliche Verantwortung und Ökumene in den Dekanaten Dreieich und Rodgau, die das Format zusammen mit ihren Kolleginnen der Dekanate Frankfurt-Offenbach und Mainz initiierte. „Dabei entsteht eine Form von lebensrelevantem, interreligiösem Dialog, der hoffentlich viele Zuschauende inspirieren und berühren wird.“

    Als Moderatorin der Kochshow fungiert Susan Kades, Redakteurin beim Hessischen Rundfunk. Die erfahrene Journalistin versteht ihre Rolle als eine Art Verbindungsglied zwischen den Akteuren, wobei der unbefangene Austausch im Mittelpunkt stehe. „Zwischendurch stelle ich Fragen, damit die Mitwirkenden von sich erzählen“, so die 44-jährige Langenerin. „Für mich ist das eine spannende Aufgabe“, stellt sie fest. „Ich selbst bin evangelisch, meine Eltern kommen aus Ägypten. Mein Vater war 25 Jahre lang Pfarrer in Langen und macht sich schon seit langer Zeit für den interreligiösen Dialog stark. Ich bin also quasi schon mit dem Thema aufgewachsen.“

    In den ersten sechs Sendungen kochen Menschen aus Dreieich, Dietzenbach, Frankfurt, Langen, Mainz und Offenbach. Die Glaubensrichtungen reichen von griechisch-orthodox über jüdisch, katholisch, muslimisch, buddhistisch, alevitisch bis hin zu Ahmadiyya, Sikh und Bahai. Die Beiträge sind vom 14. Dezember an 14-täglich montags um 19 Uhr auf der Webseite www.faithandfood.de freigeschaltet. Dann können Interessierte mit den Köchen chatten, und hier finden sie neben den Sendeterminen auch die Rezepte zum Nachkochen.

     

    Sendungen:

    14. Dezember 2020, 19 Uhr

    Interreligiöses Küchengespräch mit Eleni Margariti (griechisch-orthodox, Inhaberin des Restaurants Mainpromenade in Offenbach-Bürgel) und Ofer Ben Shimon (jüdisch-orthodox, gemeinsam mit seiner Frau Hadassi Pächter des Restaurants Makkabi Sports Bar – 101% Kosher, auf dem Gelände des jüdischen Sportvereins Makkabi in Frankfurt) – Dreh in der Georg-Büchner Schule Rodgau-Jügesheim

    28. Dezember 2020, 19 Uhr

    Interreligiöses Küchengespräch mit Vedrana Vukovic (kroatisch-katholisch, Chefin des Restaurants Sortino´s in Langen) und Shahab Din (Ahmadi-Muslim, über den Bundesvorstand der Ahmadiyya-Jugend verbunden mit der Ahmadiyya Gemeinde in Frankfurt) – Dreh in der Georg-Büchner Schule Rodgau-Jügesheim

    11. Januar 2020, 19 Uhr

    Interreligiöses Küchengespräch mit Nir Rosenfeld (jüdisch-liberal, Inhaber von Zeil-Kitchen, Kuli Alma und Dominion Food Revolution in Frankfurt) – Dreh in der Genussakademie Frankfurt

    25. Januar 2021, 19 Uhr

    Interreligiöses Küchengespräch mit Zakia Amallah (muslimisch, Hobbyköchin und Gemeindeschwester Plus aus Mainz) und Clara Schwanzer (Bahai, Pflegefachkraft und Hobbyköchin aus Mainz) – Dreh in „Für Freunde“ Mainz

    08. Februar 2021, 19 Uhr

    Interreligiöses Küchengespräch mit Frank Gebert (katholisch, Inhaber und Koch von Gebert`s Weinstube in Mainz) und Jampa Kungashar (Buddhist, Koch, Vorstandsmitglied des Buddhistischen Zentrums Sakia Kalden Ling in Frankfurt) – Dreh in der Genussakademie Frankfurt

    22. Februar 2021, 19 Uhr

    Interreligiöses Küchengespräch mit Perminder Kaur-Jasuja (Sikh, Köchin für VHS Kurse und Ernährungswissenschaftlerin, Dietzenbach) und Semra Kanisicak (Alevitin, Verwaltungsfachangestellte und Hobbyköchin, Dreieich) – Dreh in „Für Freunde“ Mainz

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