Ansgar Leber neuer stellvertretender Dekan in Dreieich-Rodgau:
„Die Zukunft der Kirche aktiv mitgestalten“
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Glückwünsche für Ansgar Leber (mit Blumen): Zum neuen Amt gratulierten Propst Stephan Arras, stellvertretender Präses Dr. Rainer Hollmann, die amtierende stellvertretende Dekanin Birgit Schlegel, Präses Dr. Michael Grevel und Dekan Steffen Held (von links).
21.01.2026
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Mit großer Mehrheit wählte das Gremium im Gemeindehaus der Sprendlinger Erasmus-Alberus-Gemeinde Pfarrer Ansgar Leber zum neuen hauptamtlichen Stellvertreter für Dekan Steffen Held: Der Geistliche erhielt 53 von 59 Stimmen und wird im August mit halber Stelle die Nachfolge von Pfarrerin Birgit Schlegel antreten, die Ende Februar in den Ruhestand verabschiedet wird. Mit zweiter halber Stelle bleibt er Seelsorger in der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Am Marktplatz im Nachbarschaftsraum Dreieich-Neu-Isenburg. Der Theologe ist verheiratet mit Pfarrerin Mareike Clausing, die ihren Dienst in der Dietzenbacher Christus-Gemeinde versieht. Das Paar wohnt in Neu-Isenburg und hat eine Tochter.
Teamworker mit Leitungsverantwortung
Jahrgang 1992, wuchs Leber im Rhein-Main-Gebiet auf und studierte Theologie in Hamburg, Berlin und Mainz. Nach dem Vikariat in Wiesbaden nahm er zum Jahresbeginn 2022 seinen Dienst an der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Am Marktplatz in Neu-Isenburg auf, wo ihn die Gemeindemitglieder im vergangenen September per Urwahl im Amt bestätigten. Seit 2025 gehört der Geistliche dem Sprecherkreis des Reformierten Konvents der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) an. Bereits während seines Studiums war er aktiv in der Erlebnispädagogik für Kinder und Jugendliche, Anfang 2023 erfolgte seine Wahl zum Jugendpfarrer des Dekanats Dreieich-Rodgau.
Er begreift sich als Teamworker, dem es wichtig ist, Menschen miteinander zu vernetzen und Ideen zusammen mit anderen umzusetzen. Theologisch leitet ihn das Bild vom Leib mit vielen Gliedern: „Kirche lebt von Gemeinschaft, von unterschiedlichen Gaben und Talenten, die Gott schenkt – und die zum Leuchten gebracht werden wollen“, ist er überzeugt. Dabei ist es ihm wichtig, diejenigen, die am Rand stehen, im Blick zu behalten und einzubeziehen. Sein Ziel ist es, die Kirche gemeinsam weiterzuentwickeln, Haupt- und Ehrenamtliche zu stärken und die Zukunft aktiv und in Leitungsverantwortung zu gestalten – weil er selbst als 33-jähriger Theologe Teil dieser Zukunft ist.
Verlässlicher Kooperationspartner
„Nicht nur bei der Politik, sondern auch bei Institutionen wie der evangelischen Kirche sind demokratische Prozesse ein wichtiger Part des Teilhabeprozesses der Gemeindeglieder“, hatte Holger Dechert eingangs in seinem Grußwort herausgestellt. Dreieichs Erster Stadtrat hatte selbst über einen Zeitraum von 28 Jahren in der Synode mitgewirkt – zunächst im früheren Dekanat Dreieich und später im vereinigten Dekanat Dreieich-Rodgau. Bezugnehmend auf den landeskirchlichen Transformations- und Zukunftsprozess „EKHN2030“ und die damit einhergehenden Einsparungen und strukturellen Reformen strich er die Relevanz von Kooperationen heraus, um Synergieeffekte zu nutzen. Er erlebe die evangelische Kirche als verlässlichen und inspirierenden Verbündeten der Kommunen. „Mit seinen beiden Kindertagesstätten in Götzenhain und Buchschlag ist das Dekanat ein wichtiger Partner der Stadt Dreieich, um die große Aufgabe der Kinderbetreuung zu stemmen“, stellte er fest. Als „besonders schönes Gemeinschaftsprojekt“ benannte er beispielhaft den inklusiven Spielplatz in Götzenhain.
Zukunftsprozess „EKHN2030“
Im Namen der Steuerungsgruppe EKHN2030 im Dekanat informierte Dekan Steffen Held die Anwesenden über den aktuellen Entwicklungsstand im Kirchenkreis. Der Mitgliederschwund mache auch vor dem Dekanat Dreieich-Rodgau nicht halt, bedauerte er und nannte Zahlen: „Während im Jahr 2020 noch 72.000 Menschen der evangelischen Kirche in der Region angehörten, so waren es Mitte 2024 noch 60.000, aktuell sind es nur noch rund 56.000 – und dies trotz guter Arbeit in den Gemeinden“, betonte er. Angesichts einer deutlichen Reduktion der Gemeindepfarrstellen sei es umso wichtiger, Strukturen zu schaffen, die eine gute Arbeit vor Ort weiterhin gewährleisten, erläuterte Held. So arbeiten bereits seit einem Jahr multiprofessionelle Teams aus Pfarrerinnen und Pfarrern sowie hauptberuflich Mitarbeitenden im gemeindepädagogischen Dienst und in der Kirchenmusik in den Nachbarschaftsräumen Dietzenbach-Heusenstamm, Dreieich-Neu-Isenburg, Hainburg-Klein-Auheim-Seligenstadt und Mainhausen-Steinheim (kurz: „Mainperlen“), Langen-Egelsbach, Mühlheim-Obertshausen sowie Rodgau-Rödermark berufs- und gemeindeübergreifend eng zusammen. Im vergangenen Jahr habe zudem ein intensiver Austausch mit Kirchenvorständen und EKHN-Beauftragten der Gemeinden über künftige Rechtsformen und den Gebäudeentwicklungsplan stattgefunden. Konkrete Entscheidungen hierzu stehen auf der Synode im Herbst an.
Dank für langjähriges ehrenamtliches Engagement
Das langjährige ehrenamtliche Engagement von Ulrich Vedder würdigte Präses Dr. Michael Grevel. Über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten brachte der 81-jährige Langener sein Finanz- und Wirtschaftswissen auf vielfältige Weise bei der Kirche ein. Er fungierte als Kirchenvorsteher in der ehemaligen Stadtkirchengemeinde, gehörte der Dekanatssynode und dort über lange Zeit dem Dekanatssynodalvorstand an, ebenso wie dem Regionalverwaltungsverband Starkenburg-Ost. Musikalisch interessiert, sang er als Bass im Kirchenchor und war bei zahlreichen Chorprojekten im Dekanat mit von der Partie. Darüber hinaus prägte er die Kommunalpolitik und war aktiv im heimischen Sportverein TV Langen. Vertreterinnen von Dekanat und Regionalverwaltung dankten dem Träger von Bundesverdienstkreuz und Hessischem Landesehrenbrief für seinen außergewöhnlichen Einsatz und verabschiedeten ihn aus dem Gremium.
Entsendung in EKHN-Synode
Auf der Tagesordnung stand auch die Entscheidung über einen Entsandten für das höchste Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Einstimmig votierte das Gremium für Dekan Steffen Held als Vertreter der Dreieicher Pfarrerin Ingeborg Verwiebe in der EKHN-Synode.
Haushaltsplan verabschiedet
Anschließend verabschiedeten die Delegierten ohne Gegenstimmen den Haushalt 2025 des Dreieich-Rodgauer Kirchenkreises. Das Gesamtvolumen liegt ausgeglichen bei rund 29 Millionen Euro. Bei der Präsentation hatte DSV-Mitglied Rolf Müller hervorgehoben, dass etwa 90 Prozent des Gesamtvolumens auf den Betrieb der 19 evangelischen Kindertagesstätten in Rechtsträgerschaft des Dekanats entfallen.
Gemeindeübergreifende Kita-Trägerschaft
Das Evangelische Dekanat Dreieich-Rodgau ist Träger aller evangelischen Kitas im Kirchenkreis. Über 400 Fachkräfte begleiten dort rund 1500 Kinder. Im Rahmen einer regionalen, gemeindeübergreifenden Trägerschaft (GüT) übernimmt eine gemeinsame Geschäftsführung auf Dekanatsebene etliche Verwaltungsaufgaben – vor allem in den Bereichen Finanzen, Personalmanagement und Baufragen. Die konzeptionelle und religionspädagogische Arbeit liegt bei den Einrichtungen und in den Kirchengemeinden.
Die Synode im Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau
Die Dekanatssynode ist das höchste beschlussfassende Gremium des Evangelischen Dekanats Dreieich-Rodgau. Sie setzt sich aus rund 70 Delegierten der 27 Kirchengemeinden in sechs Nachbarschaftsräumen zwischen Langen und Seligenstadt zusammen und trifft richtungsweisende Entscheidungen für die kirchliche Arbeit in der Region.
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