Dekanat Rodgau

Angebote und Themen

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    Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Diakonischen Werks

    Hilfe zur Selbsthilfe

    stkBernd Rohmeis ist Mitarbeiter im Beratungszentrum Mitte des Diakonischen Werks Offenbach-Dreieich-Rodgau. Auch im Westkreis ist sind die Termine bei dem Sozialarbeiter, Systemischen Therapeuten und Supervisor stark nachgefragt.

    Menschen in belastenden Lebenssituationen können sich in Langen an Bernd Rohmeis wenden. Im Rahmen der Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Diakonischen Werks Offenbach-Dreieich-Rodgau bietet er dort erwachsenen Ratsuchenden mittwochs im Haus der Kirche und dem evangelischen Familienzentrum Gespräche an.

    Wer zu ihm kommt, darf keine fertigen Rezepte erwarten. „Die gibt es im Rahmen der Ehe-, Familien- und Lebensberatung einfach nicht“, weiß Bernd Rohmeis. Im Dezember vergangenen Jahres nahm er seine Arbeit im Beratungszentrum Mitte des regionalen Diakonischen Werks Offenbach-Dreieich-Rodgau auf. Seither bietet der 57-Jährige immer mittwochs im Langener Haus der Kirche sowie im Martin-Luther-Familienzentrum (Berliner Straße 31) Gespräche für erwachsene Ratsuchende an. Das Angebot ist streng vertraulich, unentgeltlich und richtet sich an Einzelne und Paare ohne minderjährige Kinder, die in einer Krisensituation professionelle Hilfe suchen. Für Familien mit Kindern unter 18 Jahren ist die Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche zuständig.

    Gemeinsam mit seiner Kollegin Claudia Berg hat Rohmeis nicht nur einige Fälle seines Vorgängers übernommen, sondern auch viele neue dazu bekommen. Je nach Präferenz können die Gespräche auch im Beratungszentrum Mitte in der Kreisstadt stattfinden. Während er auch Termine in der Sterzbachstadt macht, ist Berg ausschließlich in Dietzenbach tätig.

    Sozialarbeiter, systemischer Therapeut und Supervisor

    „Inzwischen ist das Angebot in Langen richtig gut angelaufen“, berichtet der Sozialarbeiter, der auch über eine Ausbildung als systemischer Therapeut verfügt. Eine weitere Qualifikation als Supervisor kommt ihm insbesondere im Hinblick auf Gruppenangebote zugute. Menschen können sich an ihn wenden, wenn sie aufgrund einer belastenden Lebenssituation wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit mutlos sind und ihre Lebensfreude verloren haben, wenn sie mit Unsicherheit und Ängsten zu kämpfen haben und nicht mehr alleine zurechtkommen oder unter innerer Leere, Einsamkeit, Antriebslosigkeit und einer fehlenden Lebensperspektive leiden. Auch bei Konflikten zwischen den Generationen, deren Klärung oder Lösung sie überfordert, sind Betroffene bei ihm an der richtigen Adresse. Aktuell berät er in Langen zwölf Personen.

    Er leistet Hilfe zur Selbsthilfe. „Ich nehme mir die Zeit, zusammen mit den Ratsuchenden das Problem und dessen Hintergründe zu verstehen, um dann gemeinsam individuelle Schritte in Richtung eines besseren Lebens zu erarbeiten“, erläutert Rohmeis das Konzept. Im Bedarfsfall unterstützt er auch bei der Suche nach einem Therapieplatz. Einzelpersonen steht er jeweils eine Stunde zur Verfügung, bei Paaren sind es in der Regel 90 Minuten.

    Prozess mit mehreren Sitzungen

    Die Kontaktaufnahme erfolgt telefonisch bei der Zentrale des Beratungszentrums. Nach der Anmeldung vereinbaren die Berater möglichst zügig einen Termin für ein Erstgespräch, anschließend folgt ein mehrere Sitzungen umfassender Prozess, in dessen Verlauf die Teilnehmenden auch „Hausaufgaben“ zu erledigen haben. Während der ganzen Zeit steht Rohmeis in engem Kontakt mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen, die sich beispielsweise mit Suchtproblemen, Schuldnerberatung oder häuslicher Gewalt befassen. „Alle, die hier tätig sind, haben einen hohen Anspruch an die Qualität ihrer Arbeit“, betont er.

    Sehr viele seiner Klientinnen und Klienten sind jenseits der 50. „Hier geht es um den Übergang vom Erwerbsleben in die Rente, der von manchen Menschen als krisenhaft empfunden wird“, führt Rohmeis aus. Etlichen stelle sich auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit ihres Lebens. Ein weiteres großes Thema dieser Altersgruppe stelle die Begleitung von teilweise dementen Eltern oder Partnern auf dem letzten Lebensabschnitt dar.

    Vermehrt Anfragen von Paaren

    Für viele ältere Menschen sei es schwierig, „dass durch die hohe Taktung in unserer digitalisierten Gesellschaft wertvolle Rituale verloren gegangen sind“, meint er. „Sie brauchen Zeit, um erzählen zu können, sie haben ja schon einiges erlebt.“ Gemeinsam mit seinen Gesprächspartnern geht er auf die Suche nach verschütteten Ressourcen und schaut, wie sich diese wieder aktivieren lassen. Er ist überzeugt: „Die Menschen sind Experten ihres eigenen Lebens“.

    Derzeit verzeichnet er vermehrt Anfragen von Paaren, die mit Schwierigkeiten in der Ehe oder Partnerschaft auf ihn zukommen, die sie nicht mehr alleine bewältigen können. In den Fällen, in denen die Leute nur noch das sehen, was sie am anderen stört, arbeitet er mit ihnen heraus, was sie einmal am anderen toll fanden, was sie früher besonders angezogen hat. „Viele haben später Probleme, Unterschiedlichkeiten anzuerkennen“, bilanziert er.

    Hin zu kommunikativer Streitkultur

    „In der Paarberatung spielt Unzufriedenheit mit der Kommunikation in der Beziehung eine herausgehobene Rolle“, so seine Erfahrung. Sätze wie: „Wir verstehen uns nicht“ oder „Er – oder sie – hört mir nicht zu“ höre er oft. „Häufig überlagert der Alltag das Zwischenmenschliche“, erläutert er.

    In dem Bewusstsein, dass alle Verhaltensmuster, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben, auch veränderbar sind, leistet er Hilfestellung, aus „kommunikativen Teufelskreisen“ auszusteigen, unterstützt dabei, zu einer konstruktiven Streitkultur zu gelangen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Und in den Fällen, in denen sich herauskristallisiert, dass es keinen gemeinsamen Weg mehr gibt, bietet er auch Trennungsberatung an.

    Keine Kassenleistung

    „Wenn es dieses Angebot nicht gäbe, wäre für viele Menschen nichts da“, ist Rohmeis überzeugt. Denn Paarberatung wird in Deutschland nicht von der Krankenkasse bezahlt. Der Fachbereich Ehe-, Lebens- und Familienberatung wird zum größten Teil von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie anteilig von den Kommunen finanziert. Spenden werden gerne entgegengenommen. 

    Zur Person: Bernd Rohmeis
    Bernd Rohmeis, Jahrgang 1965, ist Diplom Sozialarbeiter, Systemischer Therapeut und Supervisor. Nach seinem Studium war er jeweils zehn Jahre in der offenen Jugendarbeit sowie bei der Lehrerkooperative in Frankfurt am Main im Einsatz. Darüber hinaus arbeitete er als Dozent in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Vor seinem Wechsel zum Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau baute er die Beratungsstelle Autismus Rhein-Main auf. Seit dem 1. Dezember 2021 ist er – mit seiner Kollegin Claudia Berg – für die Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Beratungszentrum Mitte in Dietzenbach tätig.

    Psychosoziales Beratungsangebot des Diakonischen Werks

    Das Beratungszentrum Mitte besteht in seiner jetzigen Form, als integriertes psychosoziales Beratungsangebot, seit 2005. Zu Beginn umfasste es fünf Bereiche mit 14 Mitarbeitenden. Nach nun 17 Jahren hat sich die Einrichtung des Diakonischen Werks Offenbach-Dreieich-Rodgau zu einer Institution entwickelt, in der mittlerweile 20 Fach- und Verwaltungskräfte in zehn Fachbereichen Hilfestellung zu unterschiedlichsten Problemen und Fragestellungen geben.

    Von Anfang an gehörte die „Ehe-, Lebens- und Familienberatung“ zum festen Angebot für alle erwachsenen Bürger und Bürgerinnen ohne minderjährige Kinder im Kreis Offenbach. Um Ratsuchenden im Westkreis eine bessere Erreichbarkeit zu ermöglichen, wurden von Beginn an Termine in Langen angeboten. Bürger und Bürgerinnen aus Langen und den angrenzenden Kommunen wie Egelsbach, Neu-Isenburg und Dreieich greifen rege darauf zu.

    Infos: www.diakonie-of.de, Kontakt: 06074-82760 (montags bis donnerstags von 8:30 bis 12:30 und 13:30 bis 17 Uhr, freitags von 8:30 bis 14 Uhr).

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