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    Pfarrer Michael Holst verlässt Langen

    Sprachfähig im christlichen und interreligiösen Dialog

    stkMichael Holst freut sich auf neue Herausforderungen in Mainz.

    Es zieht ihn zurück nach Rheinhessen: Zum 1. Juni wechselte Michael Holst ins Evangelische Dekanat Mainz. In einem Gottesdienst in der Stadtkirche entließ Dekan Steffen Held den Langener Pfarrer offiziell aus seinem Dienst in der Sterzbachstadt und im anschließenden Empfang nahm die Gemeinde Abschied.

    „Wir sind Pfarrer Michael Holst sehr dankbar für sein Wirken in der Evangelischen Kirchengemeinde Langen“, äußert sich Steffen Held, Dekan im Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau. „Er hat sich von Anfang an als Teamplayer in verschiedene Arbeitsfelder der Gemeinde eingebracht und vor allen Dingen im Rahmen seines Schwerpunktes in der Arbeit mit Konfis und Jugendlichen wertvolle Impulse gegeben und eigene Akzente gesetzt.“

    Zum Jahresbeginn 2020 nahm der gebürtige Recklinghäuser seine Arbeit in Langen auf. Bis Ende 2019 war er noch im Spezialvikariat am Zentrum Oekumene in Frankfurt im Christlich-Islamischen Dialog tätig. Sein Gemeindevikariat absolvierte er im Rheinhessischen Bodenheim-Nackenheim. Zuvor hatte er in Mainz und Heidelberg ein Doppelstudium in Evangelischer Theologie und Islamwissenschaft abgeschlossen.

    Bei seinem Amtsantritt komplettierte er das Pfarrteam an der Stadtkirche. „Doch durch Erkrankungen und Wechsel wurde bereits nach kurzer Zeit aus vieren einer“, stellt Holst fest. Umso dankbarer ist er, dass er seit letztem Jahr nicht mehr allein in diesem Seelsorgegebiet seinen Dienst leistet, sondern Kollegin Luisa Karge dazu kam.

    Rückblickend auf den Anfang seines Dienstes in Langen resümiert Holst: „Ich bin den Gemeindemitgliedern in Langen sehr dankbar für den herzlichen Empfang. Gerne denke ich an meinen Ordinationsgottesdienst zurück und an die ersten gemeinsamen Gottesdienste mit der Gemeinde, wie etwa der Weltgebetstag oder die Kinderbibeltage.“

    Doch die Corona-Pandemie, die wenige Monate nach seinem Dienstbeginn vieles stoppte, stellte eine Herausforderung dar. „Das war eine harte Zäsur. Das Gemeindeleben kam zum Erliegen, noch bevor ich alle kennengelernt hatte.“ Umso wichtiger war ihm der Kontakt zu den Menschen. „Wir haben YouTube- oder Zoom-Gottesdienste ausprobiert“, erinnert er sich. Und zusammen mit Kantorin Elvira Schwarz und Gemeindepädagogin Friederike Geppert produzierte er Audio-CDs, um sie an die Haushalte im Einzugsbereich zu verteilen.

    In der Folgezeit dachte er gemeinsam mit anderen im Gemeindeentwicklungsausschuss über die Zukunft der Gemeinde nach und war an der Entwicklung des neuen Leitgedankens für die Gemeinde beteiligt: „In Gottes Liebe leben, geborgen & zuhause, glaubwürdig und sichtbar“, aus seiner Sicht sehr passend. „All das finden wir im Bild der Weinrebe wieder, die fest verwurzelt ist in Gottes Weinstamm.“ Auch das Format „Gemeindeforum“ hob der 36-Jährige mit aus der Taufe. „Damit wollen wir die Gemeindemitglieder über die jährlichen Gemeindeversammlungen hinaus in regelmäßigem Abstand über aktuelle Entwicklungen informieren und uns als Kirchenvorstand zugleich wertvolles Feedback einholen“, erklärt er.

    Nach der Anpassung der Langener Pfarrdienstordnung, die zum Ziel hatte, Mehrfachstrukturen abzubauen, übernahm der Theologe den Schwerpunktbereich Jugend- und Konfirmandenarbeit. Gemeinsam mit Gemeindepädagogin Nadja Hepp leitete er Konfi-Gruppen, organisierte alles rund um die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, gewann neue Teamer und bot eine offene Jugendarbeit an. „Höhepunkte waren etwa eine spontane Konfi-Freizeit auf den Petrus-Wiesen in der Corona-Zeit, in der alle Jugendherbergen geschlossen waren, und später auch die Konfi-Fahrten auf den Himmelsfels bei Kassel“, zählt er auf. Aber auch kleinere Events, wie etwa ein karibisches Krimi-Dinner oder ein Kicker-Turnier mit den Kumas (junge Konfirmandenunterrichtsmitarbeitende) bleiben ihm als Highlights in Erinnerung.

    Ein weiterer Schwerpunkt war die pfarramtliche Begleitung eines Orgel-Arbeitskreises, aus dem sich das Fundraising-Projekt „Spitzenklang für Langen“ entwickelte. „Ich bin sehr stolz, was das Team, zum Großteil bestehend aus Ehrenamtlichen, alles auf die Beine gestellt hat“, betont er. „Da waren tolle Veranstaltungen und Konzerte dabei, die teilweise eine lange Vorbereitungszeit brauchten.“

    Daran, dass ihm mit der Zeit die klassische Musik immer mehr ans Herz gewachsen ist, hat Kantorin Elvira Schwarz einen wesentlichen Anteil. „In Kooperation mit ihr entstanden neue Gottesdienstformate, bei denen der Schwerpunkt auf qualitativ hochwertiger klassischer Musik lag“, führt er aus. Er selbst hatte sich an diese Musikrichtung erst „über die Jahre herangetastet“ und möchte die Klassik nun nicht mehr missen.

    Auch die Zusammenarbeit mit den Langener Freikirchen bereitete ihm große Freude. Treffen, Austausch und Planung von gemeinsamen Aktionen wie ein jährlicher Bibelgesprächskreis gehörten dazu. „Aus dieser Arbeit sind gute Beziehungen entstanden“, freut er sich. Hinter diesem Engagement steht die Überzeugung, „dass wir als Nachfolgerinnen und Nachfolger von Jesus den Auftrag haben, eins zu sein, auf dass die Welt glaube, dass Gott Jesus gesandt hat“, erklärt er und verweist auf die Abschiedsworte Jesu im Johannes-Evangelium. „Mit eins sein meint Jesus nicht Gleichschaltung oder Einheitsbrei, sondern eine Einheit in Vielfalt. Wir stehen auf dem gleichen Fundament, Jesus Christus, leben aus bewährten Traditionen, wie etwa unser apostolisches Glaubensbekenntnis oder das Vaterunser“, fährt er fort. „All das macht uns zu Geschwistern im Glauben, und in der Einheit geben wir ein starkes Zeugnis ab.“

    Besonders gerne feierte er in Langen Gottesdienste – „sei es in unserer großen Stadtkirche oder in unserer kleinen, aber sehr feinen Johanneskirche“. Bei den vielen Trauergottesdiensten, die er in der Kapelle auf dem Friedhof gehalten hat, wurde ihm bewusst, dass ihm die seelsorgerliche Begleitung von Menschen ein Herzensanliegen ist. „Diese Aufgabe empfinde ich als äußerst sinnstiftend und merke, dass ich dabei auch viel zurückbekomme“, so Holst. So war die Fortbildung als Klinikseelsorger für ihn ein logischer Schritt.

    Künftig wird er zu je 50 Prozent als Pfarrer für Ökumene und interreligiösen Dialog sowie als Klinikpfarrer an der Universitätsmedizin in Mainz tätig sein. Er geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich habe mich in der Gemeinde wirklich wohl gefühlt, auch privat haben meine Frau und ich uns sehr gut in Langen eingelebt“, bekennt der zweifache Familienvater. Der evangelische Theologe fühlt sich nicht nur sprachfähig in der christlichen Ökumene, sondern als studierter Islamwissenschaftler auch qualifiziert für den interreligiösen Dialog. So wuchs in ihm die Lust, seine verschiedenen Interessen miteinander zu verbinden. „Als sich die zwei halben Stellen in Mainz auftaten, war diese Kombination für mich zu verführerisch“, gibt er freimütig zu. Auch die Region habe ihren Reiz: „Im Mainzer Umland habe ich bereits mein Vikariat absolviert und mein Studium in Mainz begonnen. Meine Frau und ich gehen gerne wieder zurück nach Rhoihesse.“

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