Dekanat Rodgau

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    Langener Pfarrer tritt in den Ruhestand

    Abschied von Dekan Reinhard Zincke

    Evangelisches Dekanat DreieichDekan Reinhard Zincke während der Predigt beim Tauffest am Langener Waldsee im Jahr 2019.

    Reinhard Zincke tritt nach 14 Jahren im Dekaneamt am 1. Februar 2021 in den Ruhestand. Nach der Vereinigung der Dekanate Dreieich und Rodgau zum Jahreswechsel wird der 65-Jährige im Januar als lebensältester Dekan das fusionierte Dekanat Dreieich-Rodgau im Rechtsverkehr vertreten.

    Dreimal hatten die Synodalen im Evangelischen Dekanat Dreieich mit überwältigender Mehrheit für Reinhard Zincke als Dekan votiert. Als er im Mai 2017 zu seiner dritten Amtszeit antrat, war klar, dass der Langener Pfarrer die Stelle bis zu seiner Pensionierung innehaben würde. Nachdem zum Jahreswechsel die Fusion mit dem Nachbardekanat Rodgau vollzogen und für das vereinigte Dekanat Dreieich-Rodgau ein neuer Dekan gewählt sein wird, ist es soweit: Pröpstin Karin Held wird den 65-Jährigen von seinem Dienst entpflichten. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. Februar 2021 wird er als lebensältester Dekan das Dekanat Dreieich-Rodgau im Rechtsverkehr vertreten.

    Aufgewachsen in einem Pfarrhaus im rheinhessischen Dalsheim, war Zinckes spätere Berufswahl naheliegend. Zum Theologiestudium ging der gebürtige Wormser nach Marburg, anschließend führte ihn sein Vikariat nach Rüsselsheim sowie an das ökumenische Institut des Weltkirchenrates in Bossey bei Genf. Neun Jahre hielt es ihn auf seiner ersten Pfarrstelle in Ginsheim bei Mainz. Es folgten sieben weitere in Schwalbach am Taunus, bevor er als 43-Jähriger im Juli 1998 sein Amt an der Langener Stadtkirche aufnahm.

    Seit August 2006 war er als Dekan für die evangelischen Kirchengemeinden in Dreieich, Egelsbach, Langen und Neu-Isenburg zuständig. Daneben wirkte er weiterhin als Pfarrer in Langen, außerdem engagierte er sich als Notfallseelsorger im Kreis Offenbach. „Es war eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten“, sagt Frauke Grundmann-Kleiner. „In seiner ruhigen, humorvollen Art war er stets bereit, sich mit seiner ganzen Kraft zu engagieren“, so die Präses der Dekanatssynode. „Gleichzeitig war er immer bereit, anderen Verantwortung zu übertragen.“

    Während seiner mehr als 14 Jahre währenden Amtszeit als Leiter des Kirchenkreises war es dem Theologen stets wichtig, die Zusammenarbeit der Gemeinden zu fördern, gerade angesichts abnehmender Mitglieder und Ressourcen. So hatte er die Vereinigung der vier Langener Einzelgemeinden im Jahr 2015 als „mutigen Schritt und gutes Beispiel für andere, Synergieeffekte zu nutzen“ bezeichnet. Als Vorsitzender des Kirchengemeindeverbandes hatte er den Prozess zunächst aktiv mitgestaltet und anschließend als Dekan konstruktiv begleitet. Mit weit über 8000 Mitgliedern stellen die Langener Protestanten seither die größte Kirchengemeinde der Landeskirche.

    Interkultureller und interreligiöser Dialog lagen ihm sehr am Herzen. So wurde der beliebte deutsch-ägyptische Jugendaustausch im Dekanat unter Zinckes Leitung um einen Fachkräfteaustausch für Erzieherinnen erweitert, um auch auf dieser Ebene den Informationstransfer zu fördern. Unvergessene Beiträge zur Völkerverständigung sind auch die Treffen zwischen Pfarrern und Imamen, bei denen sich Christen und Muslime zu leidenschaftlich ausgetragenen Fußballspielen auf dem Sportplatz der Dreieichschule trafen. 

    Zahlreiche neue Projekte wurden unter seiner Führung aus der Taufe gehoben. So begründete er die Tradition der Predigtreihen in der Stadtkirche, bei der Persönlichkeiten aus Politik und Kultur auf die Kanzel stiegen. Ihm lag an der Öffnung des Gotteshauses für ungewöhnliche Veranstaltungsformate, darunter das „Sternenmahl“, bei dem Besucher im frei geräumten Kirchenschiff unter der Sternenkuppel des „Doms der Dreieich“ ein stimmungsvolles Essen mit biblischen Sternengeschichten und musikalischer Begleitung genießen und so den Sakralbau einmal ganz anders erleben konnten.

    Spektakulär waren die drei Tauffeste am Langener Waldsee, bei denen in den Jahren 2011, 15 und 19 insgesamt mehr als 150 Menschen sich selbst oder ihre Kinder unter freiem Himmel von Pfarrerinnen und Pfarrern im Dekanat taufen ließen. Jeweils rund 1000 Menschen feierten gemeinsam in einem Zelt am Seeufer einen großen Taufgottesdienst in unvergesslicher Atmosphäre.

    Unter seiner Ägide ging zum Jahresbeginn 2018 die Trägerschaft für die evangelischen Kitas in Dreieich, Langen und Neu-Isenburg an das Dekanat über. Im eigens neu eingerichteten Arbeitsbereich wird seither ein Großteil der anfallenden Verwaltungsaufgaben erledigt. Laut Zincke eine Win-Win-Situation: „Die Kita-Leitungen haben mehr Zeit für pädagogische Arbeit, die Pfarrinnen und Pfarrer können sich stärker  den drängenden Fragen der religiösen Vielfalt in den Kitas  zuwenden.“

    Besonders am Herzen lag dem Theologen die kirchlich-diakonische Gemeinwesenarbeit. So förderte er die Entstehung von Familienzentren in Egelsbach, Langen und Dreieich, wie auch die Weiterentwicklung der Evangelischen Familienbildung im Kreis Offenbach.

    In der jüngeren Vergangenheit hatten die Vorbereitungen des Zusammenschlusses beider Dekanate einen wesentlichen Arbeitsschwerpunkt Zinckes dargestellt. In dem nicht immer ganz einfachen Prozess sah er stets auch „Chancen, die einzelnen Arbeitsbereiche auf den Prüfstand zu stellen und neu zu justieren“.

    Zincke ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Er ist begeisterter Jazz-Fan und liebt die Berge. Den Auszug aus dem Pfarrhaus hat er bereits hinter sich: Gemeinsam mit seiner Frau bezog er inzwischen eine Wohnung in Bad Soden im Taunus.

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