Dekanat Rodgau

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    Klipp und klar: für die Liebe

    ANgeDACHT zur Jahreslosung 2024 von Pfarrer Steffen Held, Dekan im Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau

    "Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“
    (1. Korinther 16,14)

    „ALLES“ ist ein großes Wort. Es steht Seite an Seite mit Begriffen wie „nichts“, „immer“, „nie“… In einem Partnerschaftsstreit können Sätze wie „Du siehst alles immer so… und kannst ja nichts, nie bist du…“ echte Beziehungskiller sein.

    Meine Lebenserfahrung hat mich gelehrt, wir sollten vorsichtig sein mit fixen Zuschreibungen auf Personen. Wir sollten bewusst umgehen mit Worten wie „alles“, „nichts“, „immer“, „nie“… Allzu schnell legen wir nämlich durch unsere Beschreibungen Menschen auf etwas fest, was sie so natürlich nicht sind. Das geschieht leider häufig in Beziehungen, oftmals unbedacht; sei es in Familien, bei Freundschaften, in der Schule, beim Sport oder im Beruf. „Du bist immer so…“ Vorsicht ist also geboten bei großen Worten.

    Und doch zeigt mir meine Erfahrung andererseits, dass ein Satz in einer Liebesbeziehung wie „Ich liebe alles an dir!“ zwar ebenfalls extrem ist, aber gleichzeitig absolut stimmen kann und durchaus gesagt werden darf und manchmal vielleicht auch muss. Möglicherweise ist solch ein Satz auch völlig angemessen, weil ja auch die „LIEBE“ etwas unglaublich Großes und Extremes ist und wir in Liebe gerne auch aus vollem Herzen „ALLES“ sagen können.

    Vorsicht vor großen Begriffen, ja! Und doch – wie schon Erich Fried sagte: „Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht“, aber es gilt: „Es ist, was es ist, sagt die Liebe.“

    „ALLES“ ist in der Tat ein großes und wirkmächtiges Wort. Ich denke, der Apostel Paulus benutzt in seinem Brief an die Gemeinde in Korinth ganz bewusst dieses Wort, wenn er es an die Seite eines anderen – ebenso großen – Wortes stellt: die „LIEBE“.

    Die Liebe ist extrem. Die Liebe ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes. Die Liebe Gottes kann uns ganz und gar erfüllen und wird uns verändern.

    Die Liebe, so schreibt Paulus es bereits im 13. Kapitel des Korintherbriefs, „ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf.“ (1. Kor 13,4-8a) 

    Es sind gleichermaßen poetische und philosophische Worte, die Paulus über die Liebe findet. Wo Gottes LIEBE Menschen erfüllt, da verändert sich ALLES: unser Blick in die Welt, unsere Haltung, unser Glaube.

    Paulus schreibt diese Worte im Korintherbrief an eine Gemeinde, die ganz und gar nicht immer nur liebevoll miteinander umgegangen ist. Im Gegenteil! Es herrschen Streit und Ärger. Anstatt einander geschwisterlich zu begegnen, gibt es rivalisierende Gruppen. „Du bist immer so – und die machen immer das“ zeugen von keinem guten und respektvollen Ton und Umgang miteinander. Und das in einer christlichen Gemeinde! Das hat sich Paulus anders vorgestellt und so findet auch er klare Worte: 

    „ALLES, was ihr tut, geschehe in LIEBE!“ (1. Kor 16,14)

    Dieser Vers ist die Jahreslosung für das Jahr 2024. Dieser Vers macht uns eine sehr klare Ansage, kurz und knapp und unmissverständlich. Unser Denken und Handeln, all unser Tun soll von der Liebe geprägt sein und von ihr beherrscht werden. Ich kann mich gut damit abfinden, dass Paulus solch große Worte an uns richtet. Wenn ich in die Welt blicke und auch mein persönliches Umfeld betrachte, dann erkenne ich, dass wir unglaublich viel Liebe brauchen und wirklich alles dafür tun sollten, Liebe zu leben. Es gibt so viele Krisenherde in unserer Welt, Kriege, Not und Leiden. Auch in menschlichen Beziehungen nehme ich vieles wahr, was mich traurig stimmt. Mehr Liebe für die Welt wird ihr sicherlich guttun. Alles, was wir tun, geschehe in Liebe.

    Ich weiß, dass es mir wahrscheinlich nicht gelingen wird, dies immer und überall zu erfüllen. Ich bin gewiss, dass Gott uns die Kraft schenken wird, dies möglichst oft zu tun und zu leben. Und ich vertraue darauf, dass er uns vergeben wird und barmherzig sein wird, wo es uns einmal nicht gelingt – weil er uns liebt!

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